webtrajans
de

Schwangerschaftswochen berechnen: Geburtstermin, SSW und Trimester

Der errechnete Geburtstermin ergibt sich aus dem ersten Tag der letzten Periode plus 280 Tage. Hier sehen Sie, wie die Rechnung funktioniert, was „SSW 12+3“ bedeutet und wann die wichtigen Untersuchungen anstehen.

Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Kaum ist der Schwangerschaftstest positiv, stellt sich die Frage nach dem Geburtstermin. Ärztinnen, Ärzte und Hebammen rechnen dafür nicht ab dem Tag der Befruchtung, sondern ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Das wirkt zunächst seltsam, hat aber einen praktischen Grund: Dieser Tag ist meist bekannt, der Zeitpunkt des Eisprungs dagegen nicht. Daraus ergeben sich die bekannten 40 Wochen – obwohl das Kind tatsächlich etwa 38 Wochen heranwächst.

Dieser Ratgeber erklärt die Rechenwege. Er ersetzt keine ärztliche Beratung; maßgeblich sind die Angaben in Ihrem Mutterpass.

Die Naegele-Regel

Die klassische Formel stammt vom Gynäkologen Franz Naegele und geht von einem Zyklus mit 28 Tagen aus:

Geburtstermin = erster Tag der letzten Periode + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr
             (entspricht + 280 Tage)

Beispiel: Die letzte Periode begann am 15. Januar 2026.

15.01.2026 + 7 Tage   = 22.01.2026
− 3 Monate            = 22.10.2025
+ 1 Jahr              = 22.10.2026

Der errechnete Termin ist der 22. Oktober 2026. Dasselbe Ergebnis liefert die direkte Rechnung „plus 280 Tage“, die Sie mit dem Rechner für Tage zwischen zwei Daten prüfen können.

Erweiterte Naegele-Regel für andere Zykluslängen

Bei längeren Zyklen findet der Eisprung später statt, bei kürzeren früher. Deshalb wird die Abweichung von 28 Tagen addiert oder abgezogen:

Geburtstermin = Periodenbeginn + 280 Tage + (Zykluslänge − 28)

Bei einem 32-Tage-Zyklus kommen 4 Tage hinzu, im Beispiel also der 26. Oktober 2026. Ist der Tag der Empfängnis bekannt (etwa nach einer Kinderwunschbehandlung), rechnet man Empfängnis + 266 Tage.

Den Termin mit Ihrer Zykluslänge berechnet der Geburtstermin-Rechner automatisch und zeigt auch die aktuelle Woche an.

SSW richtig lesen: „12+3“

Die Schreibweise im Mutterpass zählt vollendete Wochen plus Tage:

Angabe Bedeutung
0+0 erster Tag der letzten Periode
12+3 12 Wochen und 3 Tage vollendet, also in der 13. SSW
37+0 Beginn des Zeitraums „termingerecht“
40+0 errechneter Geburtstermin
42+0 Übertragung

Wichtig ist der Unterschied zwischen „SSW 12“ (in der zwölften Woche, also 11+0 bis 11+6) und „12+0“ (zwölf Wochen vollendet). Verwechslungen führen schnell zu einer Woche Abweichung.

Beispiel: Bei Periodenbeginn am 15. Januar 2026 sind am 8. Oktober 2026 genau 266 Tage vergangen. Das sind 38 vollendete Wochen, also 38+0 – die 39. Schwangerschaftswoche beginnt.

Trimester und Monate

Abschnitt Zeitraum (vollendete Wochen) Typisch
1. Trimester 0+0 bis 12+6 Organanlage, oft Übelkeit und Müdigkeit
2. Trimester 13+0 bis 27+6 erste Kindsbewegungen, Feindiagnostik
3. Trimester ab 28+0 Wachstum, Vorbereitung auf die Geburt

Die Einteilung in Trimester wird in der Literatur nicht ganz einheitlich gezogen; manche Quellen lassen das dritte Trimester ab der 27. Woche beginnen.

Bei den Monaten gibt es zwei Sichtweisen: 40 Wochen sind 280 Tage, also zehn Mondmonate zu je 28 Tagen. In Kalendermonaten sind es gut neun Monate. Wenn jemand „im siebten Monat“ ist, meint er meist Kalendermonate, also etwa die 27. bis 31. Woche.

Wichtige Untersuchungen in Deutschland

Gesetzlich Versicherte haben laut den Mutterschafts-Richtlinien Anspruch auf drei Basis-Ultraschalluntersuchungen:

Screening Zeitraum Ziel u. a.
1. Ultraschall 9. bis 12. SSW (8+0 bis 11+6) Lage, Herzschlag, Anzahl der Embryos, Terminbestätigung
2. Ultraschall 19. bis 22. SSW (18+0 bis 21+6) Entwicklung, Organe, Plazenta
3. Ultraschall 29. bis 32. SSW (28+0 bis 31+6) Wachstum, Lage des Kindes

Weitere Vorsorgetermine finden bis zur 32. Woche etwa alle vier Wochen, danach alle zwei Wochen statt. Zusätzliche Untersuchungen wie Ersttrimester-Screening oder Feindiagnostik werden individuell besprochen.

Andere Länder setzen ähnliche Fenster: Der britische NHS etwa bietet einen „Dating Scan“ zwischen 10 und 14 Wochen und einen Anomalie-Scan zwischen 18 und 21 Wochen an.

Mutterschutz und Fristen

In Deutschland beginnt der Mutterschutz sechs Wochen vor dem errechneten Termin und endet acht Wochen nach der Geburt (zwölf Wochen bei Früh- oder Mehrlingsgeburten). Im Beispiel mit Termin 22. Oktober 2026 beginnt die Schutzfrist am 10. September 2026. Kommt das Kind früher, werden die nicht genommenen Tage nach der Geburt angehängt.

In Österreich gilt ein Beschäftigungsverbot von acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, in der Schweiz ein Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen ab der Geburt.

Fristen für Elterngeld- oder Arbeitgeberanträge berechnen Sie mit dem Arbeitstage-Rechner.

Warum der Termin sich ändern kann

  • Unregelmäßiger Zyklus: Dann ist die Naegele-Regel ungenau.
  • Ultraschall im ersten Trimester: Die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos ist in dieser Phase ein sehr zuverlässiges Maß. Weicht sie deutlich ab, wird der Termin angepasst.
  • Unsicherer Periodenbeginn: etwa nach dem Absetzen der Pille oder in der Stillzeit.

Als termingerecht gilt eine Geburt zwischen 37+0 und 41+6. Ab 40+0 wird engmaschiger kontrolliert, über eine Einleitung wird meist zwischen 41+0 und 42+0 gesprochen.

Arbeitgeber und Fristen

Für Arbeitnehmerinnen in Deutschland ist der errechnete Termin auch arbeitsrechtlich wichtig. Der Arbeitgeber sollte die Schwangerschaft früh erfahren, damit Schutzvorschriften nach dem Mutterschutzgesetz greifen, etwa beim Umgang mit Gefahrstoffen oder bei Nachtarbeit. Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Für den Beginn der Schutzfrist und das Mutterschaftsgeld benötigen Krankenkasse und Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstag. Wer Elternzeit direkt nach dem Mutterschutz nehmen möchte, muss sie spätestens sieben Wochen vorher schriftlich beim Arbeitgeber anmelden.

Checkliste

  • Ersten Tag der letzten Periode notieren, Zykluslänge kennen.
  • Termin mit Naegele (+280 Tage) und Zykluskorrektur berechnen.
  • SSW-Schreibweise „Wochen+Tage“ verstehen.
  • Ultraschalltermine und Mutterschutzbeginn in den Kalender eintragen.
  • Abweichungen mit Ärztin oder Hebamme besprechen.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist kein medizinischer Rat. Bei Fragen zu Ihrer Schwangerschaft wenden Sie sich an Ihre Frauenärztin, Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme. Wie sich das Gewicht in dieser Zeit entwickelt, ist individuell; Hinweise zu Energiebedarf finden Sie im Ratgeber Kalorienbedarf berechnen.

Häufige Fragen

Wie wird der Geburtstermin berechnet?

Nach der Naegele-Regel: erster Tag der letzten Periode plus 7 Tage, minus 3 Monate, plus 1 Jahr. Das entspricht 280 Tagen oder 40 Wochen. Bei längeren oder kürzeren Zyklen als 28 Tagen wird die Differenz addiert bzw. abgezogen.

Was bedeutet SSW 12+3?

Zwölf vollendete Wochen und drei Tage seit Beginn der letzten Periode. Man befindet sich damit in der 13. Schwangerschaftswoche.

Wie viele Monate ist man schwanger?

40 Wochen entsprechen etwa neun Kalendermonaten und einer Woche. In der Medizin rechnet man oft mit zehn Mondmonaten zu je 28 Tagen.

Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?

Er ist ein Richtwert. Nur ein kleiner Teil der Kinder kommt genau an diesem Tag zur Welt; als normal gilt eine Geburt zwischen 37+0 und 41+6 Wochen. Eine frühe Ultraschallmessung kann den Termin korrigieren.

Weitere Ratgeber