Der Body-Mass-Index (BMI) setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Er wurde im 19. Jahrhundert für statistische Untersuchungen ganzer Bevölkerungen entwickelt und ist heute die Standardkennzahl der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Unter- und Übergewicht bei Erwachsenen. Für eine erste Einordnung ist er nützlich, für die Beurteilung eines einzelnen Menschen aber nur ein Baustein.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrem Gewicht oder Ihrer Gesundheit wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.
Die BMI-Formel
BMI = Körpergewicht (kg) ÷ Körpergröße (m)²
Beispiel 1: 80 kg, 1,80 m → 80 ÷ (1,80 × 1,80) = 80 ÷ 3,24 = 24,7 Beispiel 2: 62 kg, 1,65 m → 62 ÷ (1,65 × 1,65) = 62 ÷ 2,7225 = 22,8
Wichtig: Die Größe wird in Metern angegeben und quadriert. Wer 180 statt 1,80 einsetzt oder das Quadrat vergisst, erhält unsinnige Werte. Schneller geht es mit dem BMI-Rechner.
Umgekehrt lässt sich das Gewicht für einen bestimmten BMI berechnen: Gewicht = BMI × Größe². Bei 1,80 m entspricht ein BMI von 18,5 rund 59,9 kg, ein BMI von 25 genau 81 kg. Der „normale“ Bereich umfasst bei dieser Größe also gut 21 Kilogramm.
Die WHO-Kategorien für Erwachsene
| BMI | Einordnung (WHO) |
|---|---|
| unter 18,5 | Untergewicht |
| 18,5 – 24,9 | Normalgewicht |
| 25,0 – 29,9 | Präadipositas (Übergewicht) |
| 30,0 – 34,9 | Adipositas Grad I |
| 35,0 – 39,9 | Adipositas Grad II |
| ab 40 | Adipositas Grad III |
Die Grenzen sind für Frauen und Männer gleich. Für manche Bevölkerungsgruppen, etwa Menschen asiatischer Herkunft, werden in der Fachliteratur niedrigere Schwellenwerte diskutiert.
Wo der BMI an seine Grenzen stößt
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln, Fett, Knochen und Wasser und sagt nichts darüber, wo das Fett sitzt.
- Sportlerinnen und Sportler: Ein muskulöser Kraftsportler mit 95 kg bei 1,82 m hat einen BMI von 28,7 und gilt formal als übergewichtig – obwohl sein Körperfettanteil niedrig sein kann.
- Ältere Menschen: Mit dem Alter nimmt Muskelmasse ab. Ein „normaler“ BMI kann einen hohen Fettanteil verdecken. Gleichzeitig wird ein leicht höherer BMI bei Älteren in Studien teils nicht als nachteilig bewertet; die Einordnung gehört in ärztliche Hände.
- Kinder und Jugendliche: Hier gelten Perzentilkurven nach Alter und Geschlecht. In Deutschland werden dafür üblicherweise die Referenzwerte nach Kromeyer-Hauschild verwendet.
- Schwangerschaft: Der BMI ist in dieser Zeit nicht aussagekräftig.
- Körperbau und Herkunft: Statur und Fettverteilung unterscheiden sich individuell.
Bauchumfang und Taille-Größe-Verhältnis
Fett im Bauchraum (viszerales Fett) hängt stärker mit Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen als Fett an Hüfte oder Oberschenkeln. Deshalb wird ergänzend der Taillenumfang gemessen – im Stehen, auf halber Höhe zwischen unterer Rippe und Beckenkamm, nach normalem Ausatmen.
| Erhöhtes Risiko | Deutlich erhöhtes Risiko | |
|---|---|---|
| Frauen | ab 80 cm | ab 88 cm |
| Männer | ab 94 cm | ab 102 cm |
Eine einfache Faustregel ist das Taille-zu-Größe-Verhältnis (Waist-to-Height-Ratio): Taillenumfang geteilt durch Körpergröße sollte unter 0,5 liegen. Bei 1,70 m also unter 85 cm.
Idealgewicht: Formeln mit Vorsicht genießen
Es gibt mehrere historische Formeln für ein „Idealgewicht“:
- Broca: Normalgewicht = Größe in cm − 100. Bei 180 cm also 80 kg. Das „Idealgewicht“ nach Broca liegt 10 % (Männer) bzw. 15 % (Frauen) darunter.
- Devine: Männer 50 kg + 2,3 kg je Zoll über 5 Fuß (152,4 cm), Frauen 45,5 kg + 2,3 kg je Zoll. Bei 180 cm ergibt das für Männer rund 75 kg.
Diese Formeln stammen aus Zeiten, in denen es vor allem um Durchschnittswerte oder Medikamentendosierung ging. Sinnvoller ist ein Bereich, etwa der BMI-Normalbereich für Ihre Größe. Den Idealgewicht-Rechner können Sie nutzen, um mehrere Formeln zu vergleichen.
Kalorienbedarf als nächster Schritt
Wer sein Gewicht verändern möchte, braucht eine Vorstellung vom eigenen Energiebedarf. Der Grundumsatz lässt sich etwa mit der Mifflin-St-Jeor-Formel schätzen; multipliziert mit einem Aktivitätsfaktor ergibt sich der Gesamtumsatz. Beispiel: Mann, 35 Jahre, 80 kg, 180 cm → Grundumsatz ≈ 10 × 80 + 6,25 × 180 − 5 × 35 + 5 = 1.755 kcal. Eine Schätzung mit Aktivitätsfaktor liefert der Kalorienbedarf-Rechner. Alle diese Formeln liefern Näherungswerte; individuelle Abweichungen von mehreren Hundert Kilokalorien sind normal.
Messfehler vermeiden
Schon kleine Ungenauigkeiten verändern den BMI spürbar. Wer seine Größe um 2 cm zu hoch angibt (1,82 statt 1,80 m), senkt den BMI bei 80 kg von 24,7 auf 24,2. Personenwaagen für zu Hause können um ein bis zwei Kilogramm abweichen, und das Gewicht schwankt im Tagesverlauf durch Essen, Trinken und Wassereinlagerung um bis zu zwei Kilogramm. Messen Sie die Größe deshalb barfuß an einer Wand, wiegen Sie sich immer auf derselben Waage und betrachten Sie den Durchschnitt mehrerer Tage statt eines Einzelwerts.
Körperfettwaagen mit Elektroden (bioelektrische Impedanzanalyse) liefern zusätzlich eine Schätzung des Fettanteils. Die Werte hängen allerdings stark vom Wasserhaushalt ab und sind eher für den Verlauf als für den absoluten Wert geeignet.
So nutzen Sie den BMI sinnvoll
- Als Orientierung, nicht als Diagnose.
- Mit dem Bauchumfang kombinieren.
- Den Verlauf beobachten statt einzelne Messwerte zu bewerten.
- Zur gleichen Tageszeit wiegen, am besten morgens nach dem Toilettengang.
- Auffällige Werte (unter 18,5 oder ab 30) und starke Veränderungen ärztlich abklären lassen.
Wie Sie Prozentangaben wie „Körperfettanteil“ oder „10 % abnehmen“ richtig rechnen, zeigt der Ratgeber Prozentrechnung: Formeln und Beispiele.
Checkliste
- BMI mit Größe in Metern und quadriert berechnet.
- Ergebnis mit WHO-Tabelle eingeordnet.
- Grenzen bedacht: Muskeln, Alter, Kinder, Schwangerschaft.
- Bauchumfang bzw. Taille-Größe-Verhältnis ergänzt.
- Bei Auffälligkeiten ärztlichen Rat eingeholt.